Aufrufe
vor 3 Jahren

Winter Ausg 47_2018

  • Text
  • Ultimative
  • Exclusiv
  • Menschen
  • Zeit
  • Welt
  • Weihnachtsmarkt
  • November
  • Wasser
  • Dezember
  • Landau
  • Ausg
  • Magazin.de
Unsere Winterausgabe für November und Dezember 2018 sowie Januar 2019

Wein & Co Der große f

Wein & Co Der große f Wettbewerb: Pfälzer Spätburgunder Die Jury: (vlnr) Matthias F. Mangold, Peter Sorg, Stefan Dorst und Natalie Lumpp Die Anerkennung für große Leidenschaft für große Weine. A m Dienstag, den 16. Oktober war es soweit. Die Jury, bestehend aus den oben genannten Personen, versammelte sich in dem beschaulichen Dörfchen Venningen bei Edenkoben, um die Weine von 49 verschiedenen Winzern, die insgesamt 94 ihrer Weine eingereicht haben, zu verkosten. Eine recht große Herausforderung für die Jury, zwischenzeitlich nicht „schlapp“ zu machen und möglichst jedem einzelnen Tropfen der großartigen Weine noch ihre Komplexität, Struktur, Frucht und Raffinesse heraus schmecken zu können. Schließlich hilft es aber natürlich, dass unsere Juroren bestens geschulte Zungen und Gaumen haben und das natürlich nicht zum ersten Mal machen. Zunächst werden die Weine auf zwei großen Tischen in dem gut 50- 60 Quadratmeter großen Raum aufgestellt, entkorkt und mit einer Blind-Manschette versehen. Manche Korken wurden wieder auf die Weine aufgesteckt, vorher natürlich gemischt und ziellos aufgesteckt, um eine Identifizierung des Winzers beim Verkosten durch die Juroren auszuschließen. Selbstredend, dass die Weine allein durch ihre Qualität punkten sollen – ohne jeglichen Einfluss durch den Erzeugernamen; denn da die Verkoster sehr viele dieser Weingüter kennen, wäre dies oft ein sehr beeinflussender Faktor. Da wurde betrachtet, geschnüffelt, geschlürft und gespuckt. Natürlich werden die Weine im Mund verkostet, aber keinesfalls geschluckt. Nach gut hundert kräftigen Schlücken der Weine wäre ansonsten der Blut-Alkoholspiegel der Tester zum Schluss – gelinde ausgedrückt – nicht mehr verkehrstauglich. Die beiden Zweier - Gruppen, die sich an den Tischen zum Verkosten ans Werk machten, nahmen sich viel Zeit, um den einzelnen Weinen ihre ganze Geschmacksvielfalt zu entlocken, indem sie den kostbaren Rebensaft um die Zunge spülten. Peter Sorg testete also zusammen mit Stefan Dorst und Natalie Lumpp machte sich zusammen mit Matthias Mangold ans Testen. Dabei nahmen sich die Paare jeweils immer ein Exemplar vor und diskutierten und kommentierten mit allerlei Lautmalereien und wilden Bezeichnungen den blind verkosteten Wein. Der Raum wurde plötzlich erfüllt mit Begriffen wie: „O, ein Frühstückswein, so beerig ist der!“ „Hmm... schmeckt pornografisch!“ (Was auch immer das heißen mag!) „O ja, ist gut – aber hintenraus zu fruchtig!“ „Bei dem ist die Säure zu stark, das ist gar nix!“ „Ach nee. Der ist ja kitschig, Mon Chérie ist nix dagegen!“ „Der Körper ist gut, aber später kommt nix“ „Uää. Das ist ja Schießpulver!“ „Sauerkirsch!“, „Schokoladig“, „...da fehlt die Spannung“… …und vieles mehr hörte man gut eine Stunde lang überall im Raum, ständig begleitet von dem Schlürfen und Plätschern der Weine in den 16 58

»Guter Wein – aber zu plakativ!« Spucknapf. Die beiden Paare „kämpften“ sich also jeweils durch und ermittelten daraus jeweils 10 beste Tropfen. Diese 10 wurden dann zu den anderen 10 ausgewählten Weinen des Nachbartisches hinzu gestellt, vermischt aufgestellt und erneut – diesmal jedoch durch alle vier Juroren gleichzeitig – degustiert und diskutiert. Nun hörte man erneut Begriffe wie: „O ja, der ist gut – sitzt auf der Zunge aber ein bisschen fest!“ „Wow, der ist geil, hat Kraft und Charakter!“ „Nicht schlecht. Rund, harmonisch – aber zuwenig Spätburgunder!“ „Karamell ist zu dominant“ „Guter Wein – aber zu plakativ“ „Ich liebe diese Straffheit – sehr elegant!“ usw. In einer überaus spannenden und lebhaft diskutierten Endrunde einigte man sich auf drei der allerbesten und herausragendsten Weine aus diesen letzten Zwanzig. Allerdings konnte man sich bei diesen letzten Drei nicht über einen einzelnen, besten Wein einigen. So kam man allgemein zu dem salomonischen Schluss, dass es zwei Siegerweine geben muss. Diese beiden Weine sind in sich großartig und jeweils stilistisch sehr eigen. Daher gibt es nun zwei erste Plätze und einen zweiten Platz. Da eine Bewertung der letzten 20 nicht vorgenommen wurde, gibt es somit auch keinen dritten Platz. TS Bild links: Natalie Lumpp und Matthias Mangold; mitte: Peter Sorg und Stefan Dorst; rechts: die drei Siegerweine, im Hintergrund einige der besten 20 Die besten 20 (ohne Wertung und Hierarchie) Siegrist, Leinsweiler: Sonnenberg 2014 Großes Gewächs Dr. Wehrheim, Birkweiler: 2015 Kastanienbusch Köppel Neiss, Kindenheim: 2015 „Glockenspiel“, Kindenh. Vogelsang Bernhart, Schweigen-Rechtenb.: 2015 Sonnenberg RG G Neiss, Kindenheim: „Glockenspiel“, Kindenh. Vogelsang Rés. 2015 Gies-Düppel, Birkweiler: 2016 Ilbesh. Kalmit SB trocken Egon Schmitt, Bad Dürkheim: 2016 Leistadter Kalkofen Knipser, Laumersheim: 2015 Kirschgarten Großes Gewächs Ellermann Spiegel, Kleinfischlingen: 2015 „Goldkapsel“ Zelt, Laumersheim: 2015er Laumersheimer Kirschgarten Siegrist, Leinsweiler: Pinot Noir Kalmit 2014 Großes Gewächs Rings, Freinsheim: 2015 Felsenberg Wageck-Pfaffmann, Bissersheim: Goldberg Spätburgunder 2015 Gerhard Hochdörffer, Landau-Nußdorf: 2015er Aurel Gebr. Bart, Bad Dürkheim, 2016 Feuerberg Mussler, Bissersheim: 2015 SB Bissersheimer Goldberg Schneiderfritz, Billigheim: Venusbuckel 2015 Die besten 3 (ohne dritten Platz; siehe Text) 1. Platz: Knipser, Laumersheim „Réserve“ 2015 1. Platz: Bernhard Koch, Hainfeld Grand Réserve Letten 2015 2. Platz: Karl Pfaffmann, Walsheim, Charlotte Grand Réserve 2015 online-tipps.info die ultimative Branchen-Info — exclusiv beim f 59