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pfalz-magazin Winter 21-22

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Olivenöl das grüne Gold Die Geschichte des Ölbaumes zählt mit zu den ältesten auf unserer Erde. Kein Baum im klassischen Altertum war so wertvoll und wurde von den Völkern so verehrt wie der Olivenbaum. Foto: Pixabay Auch im Alten und Neuen Testament wurde der Olivenbaum sehr oft erwähnt – als Symbol für Heiligkeit, Kraft und Weisheit und als Sinnbild der Wiedergeburt und des Neuanfangs. Nach der Sintflut, als Noah auf der Arche von Wasser umgeben war, schickte er eine eine Taube los, welche dann mit einem Ölzweig im Schnabel zurückkam. Er galt und gilt heute noch als Zeichen der Hoffnung: die Erde grünt wieder, das Leben kehrt zurück. Die Türen im Tempel Salomos waren aus widerstandsfähigem und begehrtem Olivenholz und sogar der berühmte Dichter des antiken Hellas hat diesen Baum als unbezähmbar und unsterblich bezeichnet. Jesus suchte im Garten Gethsemane am Abend seiner Verhaftung unter Olivenbäumen Fürsprache mit seinem Herrn. Bei den olympischen Spielen der griechischen Antike bekamen die Kämpfer einen Kranz aus Olivenzweigen als Zeichen des Sieges gewunden. Doch kommt dem Olivenbaum nicht nur symbolische und klassische Bedeutung zugute, auch beim Thema Gesundheit und Ernährung hat er die Nase ganz weit vorne. Besonders in den Mittelmeerländern fällt auf, dass die Bewohner so manches etwas ruhiger und gelassener angehen als unsereins. Da nimmt man sich noch Zeit zum Kochen, zum Essen und zum Genießen. Es geht nicht nur ums schnelle Sattwerden – Essen wird zu einem verbindenden, kommunikativen Erlebnis und ist damit Ausdruck der Lebensfreude. Die ungezwungene Lebensweise ist sicher auch ein Grund dafür, dass die Bewohner der Mittelmeerregion nicht so häufig an Herz- Kreislauf- Erkrankungen leiden wie wir. Auch die Lebenserwartungen sind hier im Schnitt höher als in den nordeuropäischen Ländern. Das hängt nicht nur mit der Siesta, dem leisen, beruhigenden Rauschen der Meereswellen und der warmen Sonne zusammen; die mediterrane Küche, die traditionell leicht, bekömmlich und abwechslungsreich ist, spielt hier keine unbedeutende Rolle beim Geheimnis um die Unbeschwertheit der Griechen, Spanier und Italiener. 43 41