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Gesundheit

Gesundheit Mittelmeer-Diät Das mediterrane Geheimnis Die Mittelmeer-Diät, auch mediterrane Diät genannt, ist für Genießer gemacht. Hier landet auf dem Teller, was bei unseren Nachbarn in Italien, Griechenland oder Südfrankreich tagtäglich auf dem Speiseplan steht: viel frisches Gemüse, Salat, Nüsse, Fisch, Geflügel, Olivenöl – und auch mal ein Glas von einem guten Rotwein. Die mediterrane Küche zählt zu den mit Abstand am besten untersuchten Ernährungsweisen. Der Beweis dafür sind die Bewohner der Mittelmeerregion: Italiener, Spanier und Griechen leiden seltener an Herz- und Kreislauferkrankungen als Deutsche. Bereits in den 1940er-Jahren beobachtete der ligurische Arzt Lorenzo Piroddi bei seinen Patienten einen direkten Zusammenhang zwischen Essgewohnheiten und Stoffwechselerkrankungen. Er empfahl eine Ernährungsweise, die arm an tierischen und reich an pflanzlichen Fetten ist, und gilt als der Vater der mediterranen Diät. Ab den späten 1950er-Jahren untersuchte der amerikanische Mediziner und Ernährungswissenschaftler Ancel Keys die Essgewohnheiten in Finnland, Japan, Griechenland, Italien, Holland, den USA und Jugoslawien und registrierte eine geringere Sterblichkeit an Herz-Kreislauf-Erkrankungen in mediterranen Ländern. Er selbst wurde übrigens 100 Jahre alt, seine Frau Margaret Haney 97 Jahre. Auch heute noch ist das wissenschaftliche Interesse an der mediterranen Diät groß, und die Erkenntnisse können sich sehen lassen. Grundlagen der Mittelmeerdiät Dank dieser Studie wurde die Dieta Mediterranea zu einem neuen Lebensstil, bei dem man die Mahlzeiten nicht einschränken, sondern auf gesundes Essen achten sollte. Lebensmittel wie Getreide, Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Gewürz- und Heilkräuter, Fisch, Fleisch (hauptsächlich Geflügel und Kaninchen), Öl und Wein, der stets zu den Mahlzeiten getrunken werden soll, können laut der Mittelmeerdiät den Cholesterinspiegel senken. All diese Produkte finden sich auch in der cilentanischen Küche wieder, die sich seit den 1950er Jahren, als die Bevölkerung noch ausschließlich von der Landwirtschaft lebte, kaum geändert hat. Prinzipiell kommen Zutaten zum Einsatz, die im Mittelmeerraum regelmäßig verzehrt werden. Foto: Fotolia 16 44 48

• Frische Salate und viel Gemüse • Mehrmals pro Woche frischer Fisch und Meeresfrüchte • Obst • Kaltgepresstes Olivenöl • Reichlich frische Kräuter und Knoblauch • Geflügel • Reis und Nudeln • Hülsenfrüchte wie Kichererbsen oder Linsen • Mandeln • Fettarme Milchprodukte aus Ziegen- oder Schafsmilch • Vollkornbrot, Fladenbrot auf Vollkornbasis, Sauerteigbrot • Rotwein in Maßen Für Gerichte der Mediterranen Küche sind die typischen Mittelmeerkräuter Salbei, Thymian, Rosmarin, Oregano und Basilikum nicht wegzudenken und natürlich Olivenöl gehört zur Mediterranen Küche einfach dazu und wird an Stelle von tierischen Fetten, wie Butter, Sahne oder Schmalz, verwendet. Vorteile der Mittelmeer-Diät Abgesehen vom Genussfaktor, steht die Gesundheit im Vordergrund, schon nach drei Monaten lassen sich bei einer Umstellung auf mediterrane Ernährung ein niedrigerer Blutdruck und eine Besserung der Blutfette beobachten. Die Lebensmittel, die in der mediterranen Diät vorkommen, führen nicht nur zu unserem Wunschgewicht, sie schonen Herz und Gefäße und können Krankheiten wie Alzheimer vorbeugen. Die große Menge an Obst und Gemüse sichert uns eine hohe Zufuhr an Vitaminen und Mineralstoffen. In Kombination mit Sport eignet sich die Mittelmeer-Diät sehr gut für eine langfristige Ernährungsumstellung und eine gesunde Gewichtsabnahme. Hauptsache Olivenöl In erster Linie wird die mediterrane Kost mit einem Nahrungsmittel in Verbindung gebracht: dem Olivenöl. Es besteht zu 75 Prozent aus einfach ungesättigten Fettsäuren, zu 10 Prozent aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren und zu 15 Prozent aus gesättigten Fettsäuren. Auf die Gesundheit wirken vor allem die einfach ungesättigten Fettsäuren sowie die im Öl enthaltenen bioaktiven Substanzen. Dazu zählen sekundäre Pflanzenstoffe wie Polyphenole, welche in Extra Virgin Olivenöl in deutlich höherer Konzentration enthalten sind, als in raffinierten Ölen und für den bitteren und kräftigen Geschmack verantwortlich. Zudem wirken sie entzündungshemmend, antioxidativ sowie gefäßerweiternd. Für eine umfassende Beurteilung der vorliegenden Erkenntnisse werden immer wieder Studien zusammengefasst und der gesamte Datenpool neu ausgewertet, so genannte Meta-Analysen. Sie haben den höchsten Evidenzgrad in der Epidemiologie. Zur mediterranen Diät wurden mittlerweile einige solcher Meta- Analysen durchgeführt. Die Resultate wiesen durchgängig positive Effekte auf die Gesundheit aus, wie die Verringerung des Risikos für Schlaganfall und Depressionen. 2010 wurde die mediterrane Diät in das immaterielle Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen. Beantragt hatten dies Spanien, Italien, Griechenland und Marokko. Sie wollten so die mit dem Anbau, der Ernte, der Lagerung, der Verarbeitung und der Zubereitung von Lebensmitteln sowie dem gemeinsamen Essen verbundenen Kenntnisse, Traditionen und Praktiken der mediterranen Ernährung sichern und aufrechterhalten. Weitestgehend unbekannt hingegen ist, dass die Mittelmeerdiät ihren Ursprung in der Nationalparkregion Cilento fand, denn In Pioppi, im Herzen des Cilento, ließ sich einst der Vater der Mittelmeerdiät, Ancel Keys, nieder und entwickelte hier die Leitlinien der heute weltberühmten Ernährungsweise. RS die besten Winzer auf www.pfalz-wein.info 49