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Kulinarisches

Kulinarisches Liebstöckel Würziges Maggikraut für die herzhafte Küche Liebstöckel (Levisticum officinale), bekannter unter dem Namen Selleriekraut oder Maggikraut, zählt zu einem der wichtigsten Gewürzkräuter in der europäischen Küche. Das Aroma von Liebstöckel ist so unverkennbar und charakteristisch, dass man es leicht im Kräutergarten findet. Fotos: Pixabay, Wikepedia Nicht nur sein einzigartigen Geschmack macht den Liebstöckel so beliebt, sondern auch die gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen sind es, die seit altersher ihn zu einem wichtigen Heilkraut machen. Mit der bekannten Speisewürze der Firma Maggi hat der Liebstöckel im Übrigen nichts zu tun. Herkunft vom Liebstöckel Wahrscheinlich stammt das Kraut aus dem Nahen oder Mittleren Osten, eventuell aus Persien, und kam über den Mittelmeerraum ins restliche Europa. Konkrete Beweise lassen sich zwar nicht finden, allerdings wird der Liebstöckel bereits in alten Kräuterbüchern wie der Materia Medica (1. Jahrhundert) und Liber de cultura hortum (8. Jahrhundert) erwähnt. Dort wurde Liebstöckel bereits als Würzkraut als auch als Heilkraut beschrieben. Vorkommen des Liebstöckels Wilder Liebstöckel ist nur in südlichen, warmen Gebieten zu finden. Mitunter kann er aber auch in kälteren Regionen Europas verwildert auftreten. Im Freiland wächst Liebstöckel im Frühjahr und wird zwischen April und September geerntet, am besten aber vor der Blüte im Sommer. Liebstöckel zählt zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae) und ist verwandt mit Kräutern wie Bibernelle, Dill, Koriander oder Giersch. Merkmale des Maggikrauts Die Pflanze erreicht bei guter Pflege und optimalen Standortbedingungen Wuchshöhen bis zu 2 Meter. Der Liebstöckel bildet dichte knollige Wurzelteile aus, die als Rhizom bezeichnet werden. Diese Rhizome sind eine unterirdische Verlängerung der Sprossache, dienen als Überdauerungsorgane und haben mit der eigentlichen Wurzel nichts zu tun. Die meist hellgrünen Blätter des Liebstöckels sind markant gefiedert und gesägt. Die Blätter haben einen auffälligen Blattglanz und sind verhältnismäßig groß. Die gelben bis gelbgrünen Blüten des Liebstöckels wachsen in Doppeldolden und haben eine relativ kurze Blütezeit, die zwischen Juli und August zu erwarten ist. 16 44 46

Liebstöckel in der Küche Optisch erinnern die Blätter von Liebstöckel an die Blätter von Staudensellerie. Ebenso ähnlich ist der Geruch von Liebstöckel, aber im Vergleich zu Sellerie intensiver und würziger, leicht bitter und lieblich zugleich. Liebstöckel passt vor allem zu deftigen Gerichten. Da er eine hohe Würzkraft besitzt, sollte er jedoch vorsichtig dosiert werden. Das Aroma der feingehackten Blätter passt sehrgut in Suppen und Eintöpfen, aber auch in Pilzgerichten und Eierspeisen. Die jungen Triebe der Pflanze können wie Gemüse zubereitet werden. Auch die getrockneten Liebstöckel-Samen eignen sich als Würze für Eintöpfe und Braten. Samen und Früchte werden gerne beim Backen verwendet und geben Brot und Gebäck eine runde, würzig-aromatische Note. Eine noch höhere Würzkraft als die übrigen Pflanzenteile haben die Wurzeln des Liebstöckels. Sie werden häufig getrocknet und gemahlen verwendet, zum Beispiel bei der Wurstherstellung. Für die Zubereitung in warmen Speisen empfiehlt es sich das Kraut erst gegen Ende des Kochens zuzufügen, da das Kraut sonst einiges von seinem kräftigen Aroma einbüßt. Zum kochen können sowohl getrocknete als auch frische Blätter verwendet werden. Liebstöckel als Heilkraut Für medizinischen Zwecke werden sowohl die Blätter wie auch die Wurzeln und die Samen verwendet; letztere werden insbesondere getrocknet als Tee aufgebrüht (2 Teelöffel Liebstöckelsamen auf ca. 300 ml kochendes Wasser, etwa 10 min zugedeckt ziehen lassen). Hildegard von Bingen verwendete „lubestuckel“ gegen Husten oder Wassersucht. Besonders die Wurzeln (Rhizome) sind reich an ätherischen Ölen und krampflösenden Inhaltsstoffen, die auch nach dem Trocknen nicht ihre Wirkung verlieren. Die Rhizome haben hier auch vermutlich die stärkste Wirkung. Um Probleme im Bereich des Magens und Darms zu beheben, z.B. Appetitlosigkeit und Verstopfung, wird entweder ein Tee getrunken und die Blätter gegessen. Bewährt hat sich Liebstöckel jedoch vor allem bei Blasenentzündungen und Harnwegsinfekten, da das Kraut nicht nur entzündungshemmend ist, sondern auch harntreibend wirkt. An dieser Stelle ist Vorsicht für Personen angebracht, die unter Nierenkrankheiten leiden, und sollten Rücksprache mit dem Arzt halten, ob eine Entwässerungskur mit Liebstöckel empfehlenswert ist. Auch bei Hautproblemen verspricht Liebstöckel Abhilfe. Ekzeme und Pickel werden mit Tinkturen aus Liebstöckel behandelt. Außerdem wird Liebstöckel in der Phytotherapie für die Behandlung von Gicht und Rheuma eingesetzt. RS Die ultimativen Tipps auf www.online-tipps.info 47