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Kunst und Kultur Elvira

Kunst und Kultur Elvira Bach *1951 Weibs-Bilder. Groß. Bunt. Üppig. Mit riesigen Ohrringen, High Heels, umwuchert von Früchten und Blumen. Sie sehen alle ein bisschen aus wie ihre Schöpferin: Elvira Bach (71), Deutschlands wohl berühmteste zeitgenössische Malerin. Ab dem 16. Juni d.J. würdigt die Galerie Z in Landau Werke dieser Ausnahmekünstlerin. Elvira Bach, geb. 1951 im Taunus, gehört zu den Vertreterinnen der in den 80er Jahren gegründeten Künstlergruppe der „Jungen Wilden“. Sie gehört zu den großen, bedeutenden Persönlichkeiten der Kunst des 20. Jahrhunderts, der Siegeszug ihrer Arbeiten hält in den letzten 20 Jahren unvermindert an. Für Elvira Bach gehört das Malen als Selbstverständlichkeit zum Leben, denn sie definiert ihre Position als Frau, Mutter und Mensch in der Gesellschaft, über Ihre künstlerische Arbeit. Eines ihrer frühen Bilder von 1978 trägt den Titel „Immer ich“, und diesem Thema ist sie stets treu geblieben. Von 1967 bis 1970 studierte Elvira Bach an der Staatlichen Glasfachschule in Hadamar. Danach zog es sie nach Berlin, wo sie von 1972 bis 1979 an der HDK Malerei bei Hann Trier studierte. Zur selben Zeit studierten bei Karl Horst Hödicke, Rainer Fetting, Salome und Helmut Middendorf. Mit diesen Künstlern hat Elvira Bach ihre ersten Gruppenausstellungen. Die erste berühmte Einzelausstellung fand in einem Metzgerladen statt. Während des Studiums arbeitete Elvira Bach an der Berliner Schaubühne als Requisiteurin, Souffleuse und Foyerdame. Ein Stipendium führte die Künstlerin dann für ein Jahr in die Dominikanische Republik. 1982 wurde Elvira Bach bereits zur „documenta 7“ in Kassel eingeladen, wo ihre gestischen impulsiven Frauendarstellungen einem großen Publikum gezeigt werden konnten. Unter der Kunstströmung der „Jungen Wilden“ist Elvira Bach die einzige Frau, die es zu einem Durchbruch schaffte. Ihre neoexpressionistischen Frauenbildnisse sind großartige Zeugnisse ausdrucksstarker Malerei und inhaltlicher Auseinandersetzung mit ihrem Leben. Ab 1978 entstehen die ersten echten Selbstportraits – oft verpackt als Stilleben mit Ansammlungen von Utensilien und Accessoires, über die sie sich als Frau definiert. Gegen Ende der 80er Jahre transformiert sich diese vehemente sinnliche Energie in eine zurückhaltendere Darstellungsweise. „Ich weiß, dass ich viele Sachen ausgelebt habe“, sagt die Künstlerin rückblickend zu diesem Zeitpunkt – für sie die nötige Erfahrung, um ihren bildnerischen Weg in größerer Gelassenheit in einem neuen Bewegungsfeld fortsetzen zu können. Bis heute ist Elvira Bach ihrem kraftvollen Stil ihrer Malerei treu geblieben, in den Formen und der Detailgenauigkeit aber viel exakter geworden. Elvira Bachs Arbeiten erzählen von ihrem eigenen Ich und im Vergleich zu ihrem Anfangswerk geschieht das heute direkter, auf sensible und gleichzeitig lustvolle Art. Unverwechselbar ist ihr energischer, sinnenfroher und selbstbewusster Auftritt in ihren Bildern. Wesentlichstes Thema ihrer Kunst bis heute ist die Frau. „Wer Kunst macht, sollte authentisch sein!“ Dieser Satz von Elvira Bach kennzeichnet den Anspruch, den diese außergewöhnliche Künstlerin schon früh an sich und ihr Werk gestellt hat – und dem sie über drei Jahrzehnte gerecht geworden ist. Elvira Bach lebt und arbeitet in Berlin, ist aber Ihre Heimatstadt Bad Soden innerlich immer noch sehr verbunden. Elvira Bachs Position gleicht mittlerweile nahezu einer Institution. Gemeinsam mit ihren Söhnen lebt und arbeitet Elvira Bach in unterschiedlichen Rollen und an diversen Orten. Im Spannungsfeld zwischen Karriere, Familie und Selbstentfaltung, entstehen ihre Arbeiten und dokumentieren dieses komplexe Rollenspiel. Zur Ausstellung wird Elvira Bach persönlich anwesend sein! Ausstellung vom 19. Juni — 24. Juli 2022 galerie z | Einrahmungen | Moderne Graphik | Skulpturen | Ölgemälde | Kaufhausgasse 9, 76829 Landau Telefon 0 63 41 | 8 64 94 Telefax 0 63 41 | 99 56 98 www.galerie-z.com info@galerie-z.com Ansprechpartner: Uschi Zoller, Peter Büchner Foto: Fotolia Uschi Zoller und Peter Büchner Mitglied im Bundesverband Bild & Rahmen © 30

Aus: „Paraphrasen zur Popart“ 1992, Farbserigrafie auf Karton. 49 x 49 cm Synkope. 1986, Acryl auf Leinwand, 230 x 190 cm Fotos: ketterer kunst auktion „Küchendiva, Orange“, 1998, Aquatinta-Radierung Ausstellung Elvira Bach Vernissage am Sonntag, 19. Juni 2022 um 11:00 Uhr Begrüßung: Bürgermeister Dr. Maximilian Ingenthron Einführung: Oberbürgermeister a.D. H.-D. Schlimmer Galerie Z Kaufhausgasse 9 | D-76829 Landau Telefon: 06341 - 8 64 94 Vita Elvira Bach 1951 Geburt in Neuenhain/Taunus 1967-1970 Staatliche Glasfachschule Hadamar 1972-1979 Studium bei Hann Trier an der Hochschule der Künste in Berlin 1972-1981 Arbeitet an der Schaubühne am Halleschen Ufer als Requisiteurin, Foyerdame und Souffleuse Artist in Residence, Santo Domingo 1982 Teilnahme an der Documenta 7, Kassel 1984 Geburt des Sohnes Lamine 1986-1992 Regelmäßiger Arbeitsaufenthalt im Senegal 1992 Geburt des Sohnes Maodo 1994 Arbeiten am Monumentalgebäude für das Fuldaer Gerichtsgebäude/Foyer 1997-2000 Arbeitsaufenthalte in St. Lucia 1998 Glasarbeiten in Murano, Italien 2000 Beschäftigung mit plastischen Großskulpturen 2002-2004 Bronzeskulpturen Seit 1978 zahlreiche nationale und internationale Einzelund Ausstellungsbetei-ligungen in Galerien, Kunstvereinen und Museen. Unter anderem in Hamburg, Berlin, Hannover, Frankfurt, München, Stuttgart, Guggenheim Museum New York und Kunstverein Mannheim. Die ultimativen Tipps auf www.online-tipps.info 31