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PFALZ-MAGAZIN Frühling 1258

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Denkblockade, die

Denkblockade, die Wortart: Substantiv, feminin Oft höre ich den Spruch: „Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum“, dieser Satz stammt – frei übersetzt – aus der Rocky Horror Picture Show „Don’t dream it – be it!“ von Thomas Steinmetz Eigentlich mochte ich den oben zitierten Satz noch nie. Hauptsächlich wohl deshalb, weil ich erleben musste, dass er von Leuten zitiert wurde, die von der Tragweite der Worte erwiesenermaßen keinerlei Ahnung haben oder deren Leben eine völlig andere Sprache spricht. Natürlich hat es schon eine gewisse Wahrheit in sich, dass es nicht viel nützt, einfach nur Wünsche zu haben, etwa : „Ich wünschte, ich würde diese Woche sechs Richtige im Lotto haben, dann...“. Den meisten Menschen ist wohl bewusst, dass dies nicht viel mehr bringt, als eine gewisse, verschwindend geringe Chance, tatsächlich diesen Gewinn zu haben – ganz zu schweigen davon, dass es voraussetzt, man geht zur Annahmestelle und kauft ein Los. 2. Sie ließen sich durch nichts – ich betone: durch überhaupt nichts – von diesem Traum abbringen. Sie waren einfach „taub“ für andere Meinungen. Auch konnten keine Umstände widrig genug sein, diesen festen Traum in die Wirklichkeit zu verwandeln. Nicht einmal die engsten Freunde und Verwandte konnten sie davon abbringen. Beispiel: Thomas A. Edison machte tausende vergebliche Versuche mit der Glühbirne und wollte einfach nicht aufgeben. Seine engsten Freunde und Gönner rieten ihm nun: „Hör doch auf. Du merkst doch, dass das nichts bringt. Diese Birnen werden niemals glühen!“ Doch Edison machte unbeirrt weiter. Nach weiteren tausenden Versuchen fand er schließlich den Wolframfaden… Den Rest der Geschichte kennen wir. Viele rechtfertigen sich selbst: „Man kann nicht alles haben!“, oder: „Lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach!“, und kommen sich dabei unglaublich demütig und bescheiden vor. Ich habe mir einmal die Mühe gemacht und die Lebensgeschichten und die Umstände sehr erfolgreicher Menschen erforscht. Wohlgemerkt haben mich nur diejenigen Menschen interessiert, die selber etwas Unglaubliches erreicht haben, ohne auf eine Erbschaft oder sonstige fremde, finanzielle Mittel zurückgreifen zu können. Diese erfolgreichen Menschen haben, egal woher oder aus welchem Kulturkreis sie auch stammen, alle ganz bestimmte Eckpunkte gemeinsam. Ich erlaube mir nun, diese Eckpunkte hier aufzuschlüsseln: 1. Sie hatten einen festen Traum oder ein klar definiertes Ziel. Klingt vielleicht banal, aber genau betrachtet ist es das überhaupt nicht, denn wie gesagt, haben die allermeisten Menschen gar keinen Traum – oder sie sind nicht bereit, etwas zu seiner Verwirklichung zu tun, falls ein solcher überhaupt existiert. Eine weitere Version ist diese: Der Traum ist nicht klar, man weiß gar nicht genau, was man will. Das ist aber kein richtiger Traum! Hier passt ein von mir neulich aufgeschnappter Spruch: »If you can‘t dream it, you can‘t have it« (Steven K. DeSilva) If you can‘t dream it, you can‘t have it. (Wenn du nicht fähig bist, etwas zu erträumen, kannst du es auch nicht erreichen!) 78

3. Sie waren bereit, alles für diesen Traum zu investieren. Sie wussten, sie müssten einen hohen Preis dafür bezahlen und scheuten keinerlei Widerstände. Dieser Preis muss nicht unbedingt mit Geld zu tun haben, aber um ein wirklich großes Ziel zu erreichen, einen großen Traum zu verwirklichen, das kostet zwangsläufig viel Einsatz, unbändigen, unbeirrbaren Willen zum Erfolg und endlose Ausdauer. Hier kommt wieder Punkt eins zum Tragen: Wenn man seinen Traum noch gar nicht hat oder zumindest nicht klar genug vor Augen hat, dann ist man logischerweise auch nicht bereit, alles dafür zu tun. Mit anderen Worten: Je größer der Traum und je besser und klarer man sich diesen in Gedanken ausmalt und vorstellt, desto besser ist er zu erreichen und desto eher ist man bereit, etwas dafür zu investieren. Die meisten Menschen werden das vielleicht als totalen Unsinn abtun wollen. Aber einleuchtend ist doch, dass wenn ich beispielsweise nur vor mir hin sage „Ich möchte einmal reich sein“, dass dies überhaupt nichts und niemanden bewegt. Nicht einmal die Person selbst wird sich in irgendeine Richtung auf den Weg machen. Das hat einen ebenso einfachen wie klaren Grund: Weil es diesen Weg ganz einfach (noch) nicht gibt! 4. Sie gaben niemals auf. Winston Churchill, der wie kaum ein Anderer wusste, wie wichtig es ist, niemals aufzugeben, war einmal eingeladen, vor ein paar hundert Studenten eine Rede zu halten, die mit großer Spannung erwartet wurde. Er stieg aufs Pult und sagte einfach nur die folgenden Worte: „Geben Sie nie – nie – nie – nie – niemals auf!“ Das war alles. Es stimmt. Selbst wenn ansonsten alles richtig war. Der Traum, die Planung, der Weg – und dann kommen plötzlich die unvermeidlichen Missstände ins Spiel — an diesem Punkt geben die meisten dann auf. Ich habe herausgefunden, dass das eigentliche und einzige Problem für Misserfolg im Menschen selbst begründet liegt. Viel zu viele stehen sich buchstäblich selbst im Weg und geben für ihren Misserfolg allem Möglichen die Schuld: den Nachbarn, der Kindheit, dem Elternhaus, dem Bankkonto, der Gesundheit, dem Ehepartner, dem Alter, Corona oder dem Wetter. Am geplatzten Traum ist alles und jeder um einen herum Schuld. Und schon hat man die stärksten Mauern im eigenen Kopf gebaut, um seinen Traum dazwischen zu ersticken, sofern man einen solchen überhaupt je gehabt hat. Die Denkblockade steckt im eigenen Kopf, nicht in dem von anderen. So gesehen fange ich langsam an, den oben erwähnten Spruch doch noch zu mögen. Geht es doch schließlich tatsächlich darum, meinen Traum zu leben anstatt nur dahinzuträumen, wie die meisten es tun… Wie ergeht es Ihnen? Haben oder hatten Sie einen Traum und standen sich bisher selbst im Weg, wie oben beschrieben? Haben Sie den Umständen um Sie herum vielleicht zuviel Bedeutung beigemessen und dann womöglich aufgegeben? – Ich würde mich freuen, wenn ich Sie vielleicht zumindest neu zum Nachdenken anregen konnte. TS 79