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Frühjahr Feb-Mrz 2019

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Unsere neue Ausgabe für das Zeitfenster Februar-März 2019. Alles Wichtige erfahren über die Themen Wein, Genuss, Kultur und Reisen für die Region Pfalz, Rhein-Neckar und Nordbaden

Wein & Co

Wein & Co Blindverkostung von Natalie Lumpp Foto: Weinfachleute aus der Pfalz und dem benachbarten Baden (vlnr) Natalie Lumpp, Peter Sorg, Stefan Dorst und Matthias F. Mangold Ich gestehe – mit dem Faschingsrummel habe ich nicht so viel am Hut. Da mache ich lieber mein besonderes Faschingsfest: wir laden unsere Freunde ein und verkleiden Weinflaschen – eine sogenannte Blindverkostung. Ob in Socken, Alufolie, Papierhussen (wie auf unserem Bild oben zu sehen) oder chinesische Seidenkleider gekleidet – Hauptsache das Etikett ist nicht mehr zu lesen. Sie müssen es unbedingt ausprobieren, man nähert sich dem Wein ganz anders! (Anm.: Bei der oben abgebildeten Blindverkostung wurden selbstverständlich vorher die Korken vertauscht, damit ein Erkennen des Winzers ausgeschlossen ist!) Mit dem Wetter und den Jahreszeiten verhält es sich beim Wein ganz ähnlich. Stellen Sie sich einen heißen Sommertag vor – der Wein kann gar nicht knackig und frisch genug sein! Am besten schmeckt dann ein spritziger Riesling oder Sauvignon Blanc. Ganz anders verhält es sich am einem nassen und kalten Tag, da rollt der säurebetontere Wein Ihnen schier die Socken hinunter! Da wäre beispielsweise der weiche und runde Chardonnay der ideale Gaumenschmeichler! Wein ist emotional geprägt! Wenn auf dem Etikett ein ganz besonderer Name steht, wie beispielsweise Château Lafite-Rothschild oder Château Mouton- Rothschild, dann geben Sie dem Wein im vorhinein schon ein paar Pluspunkte mit. Oder jeder hat ja schon mal erlebt, dass im Urlaub der Wein unglaublich köstlich schmeckte. Wenn Sie den gleichen Wein vier Wochen später zu Hause öffnen, glauben Sie nicht, dass es sich um den wunderbaren Urlaubstropfen handelt. Es fehlt dann vielleicht die Sonne, der Strand, die Aioli oder einfach nur die entspannte Urlaubsstimmung? Jedenfalls gab es zu Hause schon viele Enttäuschungen, obwohl der Wein im Urlaub noch so gut geschmeckt hatte! 16 58

Den Wein objektiv bewerten Mit etwas Übung lassen sich die Emotionen und Eindrücke von außen aber schon ausschalten. Perfekt ist es natürlich, wenn man eine verhüllte Weinflasche hat und nicht weiß, was sie beinhaltet. Noch besser ist es, mit mehreren Gleichgesinnten zu probieren, dann können Sie gleich mehrere Weine nebeneinander verkosten. Thema wählen Spannend ist es ja ganz besonders, wenn man mit Freunden ein Weinthema bestimmt, beispielsweise: „Weine aus der Pfalz“ oder „Grauer Burgunder“ oder „Jahrgang 2009“ etc. Jeder bringt dann eine Flasche zu diesem Thema mit – natürlich eingepackt. Man überlegt sich vorher, ob man die Weine nacheinander verkosten möchte – oder als „Flight“, das heißt, jeder hat mehrere gefüllte Weingläser nebeneinander. Entscheidet man sich für letztere Variante, kann man die Gläser mit Nummern versehen – Wein 1, Wein 2, Wein 3; oder legt einen Zettel darunter, bei dem ebenfalls zu erkennen ist, welches der erste, zweite oder dritte Wein ist. Nun kann jeder ein bisschen raten, welcher Wein im Glas sein könnte oder man bespricht einfach nur den Geschmack des Weines. Ich sage Ihnen, ohne zu wissen, was im Glas ist, probiert man den Wein viel intensiver! Natürlich kann man sich nun wohl vorstellen, dass ein Wein auf diese Weise viel objektiver bewertet wird. Sternebewertung Eine Steigerung wäre jetzt noch, wenn sich einer der Weinliebhaber im Vorfeld der Weine annimmt, und er eine entsprechende Liste mit Wein eins, Wein zwei, etc. anfertigt. Dann kann jeder seinen Eindruck vom Wein (frisch, breit, erdig, fruchtig…) eintragen und die Weine mit Sternen bewerten. Drei Sterne stehen für einen absolut perfekten Wein, zwei Sterne bedeuten einen überdurchschnittlich guten Wein und ein Stern steht für einen guten Wein, den man gerne trinkt. Tipp Bestimmt haben Sie auch schon festgestellt, dass die noch so tollsten Gläser oft das Problem mit den Fremdgerüchen haben. Da die Gläser heute so fein gearbeitet sind, nehmen sie schnell die Gerüche vom Schrank, vom Karton, vom Spülmittel auf; das beste Mittel ist, wenn ein Schluck Wein im Glas war. Es stört auch gar nicht von einem Wein auf den nächsten zu wechseln – ganz im Gegenteil: das Glas ist „aviniert“ zu deutsch „weingrün“. Wir Fachleute mögen es auch gar nicht so gerne, wenn das Glas mit Wasser gespült wird. Zum Einen bleibt viel Wasser zurück im Glas, zum Anderen verändern die Mineralien den Wein. NL online-tipps.info die ultimative Branchen-Info — exclusiv beim f 59