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Pfalz-Magazin Herbst-Ausgabe 51-2019

Wein Federweißer Foto:

Wein Federweißer Foto: DWI — schäumende Vorfreude! „Der Neue“, oder meist auch „Federweißer“ genannt, ist ein Genuss, der einfach zum Herbst in der Pfalz dazu gehört, wie zum Beispiel auch der überaus leckere Zwiebelkuchen und die köstlichen Edelkastanien, die vielfach zünftig auf dem Herd kurz angeröstet werden. D ie herzhaften Aromen, gepaart mit der dezenten Süße der Zwiebel, passen wunderbar zum vollmundigen Geschmack eines Federweißen. Zu gebuttertem Laugengebäck, Lauchtorte oder zu Leberwurst mit heißen Pellkartoffeln passt er einfach ideal. Denn ein Federweißer braucht eine deftige Unterlage. Als Federweißer bezeichnet man den in Gärung befindlichen Traubenmost. Wegen der sprudelnd entweichenden Kohlensäure nennt man ihn in manchen Gebieten auch Rauscher, Blitzer oder Sauser. Manche lieben ihn süß, gleichsam frisch von der Kelter, wenn er sozusagen noch reiner Traubensaft ist und die Gärung den Geschmack noch nicht verändert hat. Aber echte Freunde des Federweißen hingegen warten, bis er zu gären anfängt. Dann ist es oft eine Sache von Stunden, bis der Höhepunkt des individuellen Geschmacks erreicht ist. Grundsätzlich sollte man den Federweißen direkt nach dem Einkauf einmal probieren. Schmeckt er bereits harmonisch süß, ist es am besten, ihn gleich zu trinken. Will man ihn erst später genießen, gilt es den Federweißen zu kühlen. Dort ist er dann etwa eineinhalb Wochen haltbar. Nach einigen Tagen verliert er jedoch seine Spritzigkeit, denn die Bildung des CO² findet nicht mehr statt. Die Frage, woher der Name Federweißer kommt, lässt sich am Besten mit einem Schoppenglas gärenden Mosts vor Augen beantworten: Die milchig-weiße Färbung des Getränks, das durch die frei werdende Kohlensäure von innerem Leben erfüllt ist, erinnert an den Tanz von Tausenden wirbelnder Federchen – so die beinahe poetische Erklärung. Ein Leichtgewicht ist der Federweißer deshalb hingegen noch lange nicht; denn seine Spritzigkeit verheimlicht nur allzu oft die Kraft, die in ihm steckt. Je nach Körperkonstitution und Gewicht sind zwei bis drei Viertel eine gute Orientierung, um nicht von seiner Wirkung böse überrascht zu werden. Gesund ist der Verzehr von Federweißem jedoch allemal, besitzt der junge Wein doch einen hohen Vitamingehalt und Bioelemente der Hefe, die zu den wichtigen Vitaminsynthetisierern zählen. Vor allem die Vitamine B1, B2 und B6 lassen sich im Federweißen in größeren Mengen nachweisen. Außerdem betonen Wissenschaftler, dass die Hefezellen nicht im Magen absterben, sondern auch noch im Darm entschlackend wirken. Über die verdauungsfördernde Wirkung des Neuen gibt es ja hinreichend Berichte. Was als Federweißer vermarktet werden darf, ist inzwischen durch europäisches Recht geregelt. In einer Klarstellung der Europäischen Gemeinschaft heißt es: „Es sei herkömmlich und üblich, unter dem Begriff Federweißer ein im Zustand der Gärung befindliches frisches Erzeugnis zu verstehen. Wird die Gärung durch Konservierung zeitweise unterbrochen, so ist die Angabe ‚Federweißer‘ nicht mehr zutreffend. Ihre Verwendung wäre unzulässig. Der Verbraucher würde über die tatsächliche Art des Erzeugnisses falsch unterrichtet.“ 34

Federweißenfeste 2019 In der Pfalz 13. – 15.09. Kapellen-Drusweiler 13. – 15.09. Rhodt unter Rietburg 14. – 16.09. Burrweiler 21. – 22.09. Kandel 22 – 23.09. Freinsheim 27. – 29.09. Oberotterbach 27. – 29.09 Weisenheim/ Sand 03. – 06.10. Edesheim 13.10. Klingenmünster 11. – 14.10. Pleisweiler-Oberhofen 17. – 20.10. Landau 18. – 21.10. Gleiszellen-Gleishorbach Foto: deutscheweine.de online-tipps.info die ultimative Branchen-Info — exclusiv beim 35 f

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