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pfalz-magazin Herbst 2020 Jahrgang 12 Ausg. 56

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Gesundheit Heilpflanze

Gesundheit Heilpflanze des Jahres 2020 Die Gemeine Wegwarte eine fast vergessene Heilpflanze Fotos: Pixabay Die Wegwarte ist heute eine eher vergessene Heilpflanze. Mit der Wahl zur Heilpflanze des Jahres, möchte man diese Pflanze den Menschen wieder näher bringen. Heute sind die Kulturformen der Zichorie eher als Gemüse bekannt. Das will der Verein NHV Theophrastus ändern . Die Gemeine oder Gewöhnliche Wegwarte war 2005 bereits „Gemüse des Jahres“, sind ihre Kulturformen Chicorée und Radicchio doch relativ bekannt und gelten dank ihrer Bitterstoffe als gesund. Ihre geröstete Wurzel diente vor allem in mageren Zeiten als koffeinfreier Kaffeeersatz (Zichorien-Kaffee, Muckefuck). 2009 wurde die heimische Pflanzenart aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae) zudem dank ihrer hübschen himmelblauen Zungenblüten zur „Blume des Jahres“ gekürt. Sie blüht von Juni/Juli bis Oktober und wächst in Mitteleuropa häufig an Wegrändern. Bereits Paracelsus beschrieb die Wegwarte als schweißtreibend; Sebastian Kneipp empfahl sie bei Magen-, Darm- und Lebererkrankungen. Laut Kommission E wird sie auch heute noch bei Appetitlosigkeit und Magen-Darm-Beschwerden empfohlen, und zwar einmal täglich eine Tasse mit 2 g bis 4 g der getrockneten Wurzel (Cichorii radix). Aber auch das geschnittene Kraut ist im Handel. Traditionell wird die Wegwarte darüber hinaus laut NHV Theophrastus bei allgemeinen Schwächezuständen, Rheuma und Gicht sowie äußerlich bei Hautkrankheiten angewendet. Als wichtigste Inhaltsstoffe gelten bittere Sesquiterpenlactone, Cumarine, Phenolcarbonsäuren und Inulin. Sie ist reich an Kalium, Folsäure und Zink, liefert auch die Vitamine A, B und C. 100 Gramm Chicorée haben nur 16 Kilokalorien, aber sehr viel Inulin. Der Ballaststoff ist gut für die Darmflora, macht lange satt und lässt den Blutzuckerspiegel nur sehr langsam ansteigen. Vorsicht: Nicht anwenden bei Allergie gegen Korbblütler. 68

Muckefuck und bitterer Salat Beim Rösten der inulinreichen Wurzel der Gemeinen Wegwarte entstehen Substanzen mit Kaffee-ähnlichem Geschmack. Friedrich der Große förderte den Anbau der Zichorie als preisgünstige Alternative zum teuren Bohnenkaffee. Zusammen mit Gerste und Roggen war die geröstete Zichorienwurzel Bestandteil eines koffeinfreien Kaffee-Ersatzes. Auch heute noch gibt es solche als Landkaffee bezeichneten Kompositionen im Handel. Die Rheinländer haben dafür während der Besatzung durch Napoleon den Begriff „Muckefuck“ kreiert – eine Verballhornung des französischen „mocca faux“, was übersetzt falscher Mokka heißt. Als belgische Bauern im vergangenen Jahrhundert nach einer reichen Ernte die überschüssigen Wurzeln der „Kaffee-Zichorie“ im Gewächshaus mit Erde bedeckten, beobachteten sie zufällig im Winter kräftige bleiche Knospen. Die Pflanzen wurden in Kultur genommen, weiter entwickelt und als Chicorée auf den Markt gebracht. Leider ist er bei Verbrauchern in Deutschland eher unbeliebt. Pro Person essen sie durchschnittlich nur 300 Gramm im Jahr. Dabei steckt im Chicorée viel Gesundes: Seine Bitterstoffe sind gut für Verdauung, Stoffwechsel und Kreislauf. f 147 9

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