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PFALZ-MAGAZIN Frühling 1258

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16 14 Altrhein bei

16 14 Altrhein bei Russheim Elisabethenwörth

Es gab mal eine Zeit, in der ich ein gottloses Leben führte. Da gab es keinerlei äußere Umstände, die mich dazu veranlasst hätten, unruhig oder verängstigt zu sein. Trotzdem fühlte ich damals eine permanente Unlust, dem Leben etwas Positives abzugewinnen. Ich war sozusagen des Lebens auf gewisse Weise überdrüssig und war verschiedenen „weichen“ Drogen nicht abgeneigt. Nun, das ist schon einige Jahrzehnte her – und dennoch kann ich mich sehr gut an meine Grundhaltung und mein Grundempfinden sehr gut erinnern, fast so, als wäre es gestern gewesen. Dann kam eine Zeit, in der ich auf der Suche dieser inneren Ruhe war und suchte diesen Zustand in fernöstlichen Weltanschauungen. Sehr bald kam ich zu dem Schluss, dass diese Herangehensweise jedoch meine elementaren Fragen nach dem „Woher“ und „Wohin“ nicht zu beantworten in der Lage waren. So fand ich letztlich zu dem „lebendigen“ Glauben an Gott. Seither ist mein Grundbedürfnis, von dem ich oben erzählte, gesättigt und meine Suche konnte aufhören. Ich war seitdem weder fried- noch freudlos und hatte Sinn und Ziel meines Lebens erkannt. Ich war sozusagen „innerlich daheim angekommen“. Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden. Einen Tag nach dem anderen zu leben, einen Moment nach dem anderen zu genießen. Entbehrung als einen Weg zum Frieden zu akzeptieren. Diese sündige Welt anzunehmen, wie Jesus es tat, und nicht so, wie ich sie gern hätte. Zu vertrauen, dass Du alles richtig machen wirst, wenn ich mich Deinem Willen hingebe, sodass ich in diesem Leben ziemlich glücklich sein möge und im nächsten für immer überglücklich. Foto links: © Philmoto Heißt das, dass ich immer friedlich bin und immer Gelassenheit ausstrahle? Schön wärs. Ich beobachte mich, dass ich öfters ärgerlich über kleine Dinge bin, mich täglich ärgere über Dies und Jenes, auch mal ein Wort fallen lasse, welches ich nicht in der Kinderstube gelernt habe. Wenn man diese beiden Leben, die ich früher und jetzt führe, miteinander vergleicht und von außen betrachtet, könnte man meinen, dass sich nichts verändert hat. Aber es ist alles anders. Vorher hat – wenn ich das mathematisch ausdrücken müsste – mein Leben ein negatives Vorzeichen gehabt, während die Gleichung in der Klammer identisch ist, und mein jetziges Leben ein positives Vorzeichen. Jemandem, der solch eine „Wandlung“ nicht erlebt hat, kann man das schlecht erklären. Man hat es einfach erlebt. Insofern gehöre ich zu denjenigen, die unsere derzeitige Krise (ich benutze absichtlich nicht das Wort „Pandemie“!) versuchen, von außen zu sehen. Egal, ob nun eine große Verschwörung dahinter steht oder ein Menschheit zerfressendes, übermächtitges Virus am Werk ist, oder beides. Wichtig ist, dass man sozusagen über diesen Dingen stehen kann und dabei gelassen sein kann. Man muss die Quelle entdecken, die Gleichmut verleiht, inneren Frieden gibt und die Fassung behält in einer Zeit, die Unruhe, Aufgeregtheit und Nervosität oktroyieren will. Amen. (Reinhold Niebuhr, US-Amerik. Theologe, Philosoph und Wissenschaftler) Auch wenn ich weiß, dass das große Meer unseres Lebens wild und stürmisch sein kann; schließlich bin ich selber ja auch mittendrin mit all den Herausforderungen und Begrenzungen, die das – gerade jetzt in dieser Zeit – mit sich bringt. Ich bin Unternehmer und bis an die äußersten Grenzen mit Problemen konfrontiert. Dennoch verliere ich mit meiner Frau zusammen niemals den Mut, da ich, wie oben beschrieben, längst zuhause bin und weiß, dass ich niemals fallen kann. TS 15