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pfalz-magazin 13 63 APR 2022

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Pfalz-Magazin Frühling 2022

Der Wasgau Stille

Der Wasgau Stille Wälder, bizarr geformte Felsenlandschaften, romantische Burgruinen und kitschige Fachwerkhäuser – all dies macht den Wasgau einzigartig. Die Mittelgebirgslandschaft in der Pfalz ist ein Paradies für alle Naturliebhaber. G eprägt von weiten Ebenen, wie auch dichten Wäldern und imposanten Felsen, offeriert der Wasgau eine große Vielfalt an Naturphänomenen. So etwa die seit über 250 Millionen Jahren existierenden Felsengebilde aus Buntsandstein, welche die mystischen Wälder und offenen Täler des Wasgaus überblicken. Geradezu fantastisch sehen die seltsam geformten Felsen aus, die in ihrer rötlichen Pracht die Wälder zieren. Dabei ragt der ein oder andere mit all seiner Herrlichkeit weit über den Horizont hinaus – die aus unterschiedlichen Sandsteinschichten bestehenden Felsen können nämlich eine Größe von etwa 500 Metern erreichen. Beeindruckend sind ebenso die Berge. So befindet sich etwa im Elsass, genauer Niederbronn-les-Bains, mit 581 Metern der höchste Berg des Wasgaus: der „Große Wintersberg“. Denn der Wasgau ist nicht einzig eine Mittelgebirgslandschaft in Rheinland-Pfalz, sondern auch in den französischen Departements Bas-Rhin und Moselle. In der Südpfalz ist der zweithöchste Berg der Vogesen, der „Rehberg“, zu finden. Dieser liegt bei Annweiler am Trifels und ist stolze 576,8 Meter hoch. Die Begriffe „Wasgau“ und „Vogesen“ entstammen beide dem Namen des keltischen Berg- und Waldgottes Vosegus. Diese Bezeichnung entwickelte sich im Lateinischen zu Vosegus mons, aber auch Silva Vosegus, was übersetzt Vosegus-Gebirge und Vosegus-Wald bedeutet. Im Laufe der Zeit wandelte sich dies letztendlich zum Französischen Vosges (heute: Vasgovie) und dem Mittelhochdeutschen Wasigen (heute: Wasgau oder Wasgenwald). Unabhängig der Bezeichnungen für den Landschaftsabschnitt, sind die französischen und südpfälzischen Vogesen in ihrer Wald-, Bergsowie Burgen-Vielfalt identisch. So sind beide etwa auch Teil des Biosphärenreservates Pfälzerwald-Vosges du Nord. Da der Wasgau zum größten Teil jedoch aus Felsengebilden und Wald besteht, setzt sich das Biotop aus einer robusten Sandsteinvegetation zusammen, die neben verschiedenen Gräser-, Moos- und Farnarten, auch Heidekraut und Bergkiefern aufweist. So mag die Flora des Wasgaus nicht die vielfältigste sein, doch bieten Felsen und Wald die perfekten Voraussetzungen zum Klettern und Wandern. Je nach Beschaffenheit und Verwitterung der Sandsteinfelsen, werden diese in verschiedene Schwierigkeitsgrade klassifiziert. Unter Sportkletterern beliebt sind hier etwa der Dahner Lämmerfelsen, der Asselstein bei Annweiler oder der Luger Friedrich bei Lug. Bekannte Wanderwege sind der Hauensteiner Schusterpfad, der Annweiler Buntsandsteinpfad und der Dahner Felsenpfad. Fotos: Pixabay 36

Populär sind neben den abenteuerlichen Kletter- und Wanderpfaden jedoch auch die zahlreichen Burgen und Ruinen. Während sich die Nordvogesen unter anderem mit Burg Fleckenstein, Burgruine Frönsburg und Wasigenstein auszeichnen, sind in der Südpfalz vor allem die Burgen Berwartstein und Drachenfels sowie die teilrestaurierte Reichsburg Trifels beliebte Ausflugsziele. Der Trifels etwa – auch als berüchtigter Ort der Gefangenschaft des englischen Königs Richard I. Löwenherz bekannt – entstand im 11. Jahrhundert und ist heute als Denkmalzone eingestuft. Zeitweise wurden in der Reichsburg die Reichsinsignien verwahrt, welche heute noch in der Form von Nachbildungen besichtigt werden können. Was die Burgen äußerst attraktiv macht, sind jedoch zum großen Teil ihre Standorte. So wurden die meisten Burgen im Wasgau auf Felsriffen, aber auch -klötzen erbaut und garantieren jedem Besucher einen atemberaubenden Ausblick auf die idyllischen Weiten des bergigen Landes. Scharfenberg eingebettet. Von seiner romantischen Seite zeigt sich Annweiler besonders im ehemaligen Gerberviertel. Hier schmücken urige Fachwerkhäuser nach alemannischer Bauart die Szenerie entlang der Queich. Die Stadt Dahn, vor allem für das Felsgebilde „Jungfernsprung“ bekannt, weist unter anderem die größten Burganlagen der Pfalz auf. Als Teil der Burgengruppe Alt-Dahn, stellen die drei Burgen Alt-Dahn, Grafendahn und Tannstein den altbekannten „Prototypen“ des Burgbaus im Wasgau dar. Wer ein wenig Abwechslung möchte, sollte daher Neu-Dahn und seine schlossähnliche Festungsanlage besichtigen. Die Landschaft allein bietet jedoch bereits genügend Abwechslung: über dichte Wälder, hin zu roten Sandsteinbergen, hügelige Weiten und romantischen Ortschaften – das ideale Reiseziel für all diejenigen, die pure Natur erleben wollen. LB Bei all dieser Herrlichkeit sollte jedoch nicht vergessen werden, den Ortschaften des Wasgaus einen Besuch abzustatten. Die Stadt Annweiler am Trifels – nach Speyer die zweitälteste Stadt der Pfalz – liegt mit ihrem historischen Stadtkern inmitten von Weinbergen, Wald und Wiesen. Malerisch ist die Kleinstadt unterhalb der Burg(-ruinen) Trifels, Anebos und Weitere Infos unter: www.annweiler.de www.dahner-felsenland.net 6 Foto: Burg Berwartstein bei Erlenbach, die einzige noch bewohnte Burg im Wasgau VERANSTALTUNGSHIGHLIGHTS April – Mai 2022: 8. April, Kellerzauber: Anna Krämer „Crème de la Krämer“ – ein Abend mit Herz, Hirn und Seele!, inkl. Aperitif und 3-Gänge-Menü: 74,00 € 28. April, Gruseldinner: Die Experimente des Dr. Frankenstein inkl. Aperitif und 4-Gang-Menü zu 85,00 € p.P. 12. Mai, Krimmidinner :Der Geburtstag des Grauens, Episode VIII der Ashtonburry-Chronik inkl. Aperitif und 4-Gang-Menü zu 85,00 € p.P. 43 37