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Frühlingsausgabe Pfalz-Magazin Apr-Mai 2020

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Die neue Frühlingsausgabe des pfalz-magazins ist voll von den schönen Dingen des Lebens in der Pfalz und Nordbaden.

Gesundheit Prof. Dr.

Gesundheit Prof. Dr. Holzer (links), Augenarzt und Operateur, Augenzentrum Prof. Dr. Holzer & Prof. Dr. Rabsilber, Weinheim/Mannheim, rechts: Thomas Steinmetz vom Pfalz-Magazin Die moderne Augenheilkunde Foto: Rita Steinmetz, pfalz-magazin – Neuigkeiten vom Kongress für Augenchirurgie in Mainz Wir haben exklusiv Herrn Prof. Dr. Holzer vom Augenzentrum Weinheim und Mannheim zu diesem Thema befragt. Herr Prof. Holzer, wir treffen Sie heute kurz nach Beendigung des Kongresses der Deutschsprachigen Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation, interventionelle und refraktive Chirurgie (DGII). Schwieriger Name für nicht-Mediziner. Was genau versteht man darunter? ProfH: Dies ist der Name der deutschsprachigen Fachgesellschaft für Augenärzte, die sich insbesondere mit dem Thema der Grauen-Star- Operation und der Behandlung von Fehlsichtigkeiten befassen. Der Kongress fand in Mainz statt und gibt zum Jahresanfang eine gute Bestandsaufnahme und Ausblick auf Neuerungen in diesem Bereich. Und was können Sie uns da Interessantes berichten? PrH: Die Graue Star Operation ist mit mehr als 900.000 Eingriffen pro Jahr allein in Deutschland einer der häufigsten operativen Eingriffe überhaupt. Die Kunstlinsen, welche im Rahmen dieses Eingriffes eingesetzt werden, beheben nicht nur den Grauen Star, sondern korrigieren gleichzeitig auch noch Sehfehler wie die Kurzsichtigkeit und Weitsichtigkeit sowie Hornhautverkrümmung und sogar die Alterssichtigkeit. Sie nutzen also die Graue Star Operation um gleichzeitig Fehlsichtigkeiten zu korrigieren und die Betroffenen von der Brille zu befreien? PrH: Ja, so ist es. Die Notwendigkeit der Grauen Star Operation nutzt man, um mit dem Patienten eine individuelle Versorgung mit einer passenden Kunstlinse zu besprechen. Da die Kunstlinse nicht mehr ausgetauscht werden muss und bis ans Lebensende im Auge verbleibt, ist die Operation somit auch eine Art Weichenstellung für die Zukunft, ob und welche Art von Brille der Betroffene in der Zukunft noch beibehalten möchte. Und welche Linsen werden da am häufigsten eingesetzt? PrH: Eine sehr hohe Anzahl von Patienten wählen sogenannte asphärische Blaufilterlinsen. Diese haben eine besondere Bearbeitung der Linsenoberfläche um ein hohes Kontrastsehen zu ermöglichen und gleichzeitig einen Filter, um den hochenergetischen blauen Lichtanteil zu reduzieren. Dies führt zu einem angenehmeren, etwas wärmeren Seh- und Farbeindruck und soll zusätzlich auch die Netzhaut-Sinneszellen schützen. Einen Blaufilter haben doch auch viele Smartphones und Computer Bildschirme? PrH: Genau, dies ist sinnvoll und diese Kunstlinsen haben neben einem UV Filter auch noch zusätzlich diesen Blaufilter und führen dadurch zu dem genannten angenehmeren Seheindruck. ©Joel Staveley 36

Im Gespräch Und welche weiteren Linsen werden häufig genutzt und eingesetzt? PrH: Die genannten Linsen werden darüber hinaus genutzt, individuelle Sehfehler der Patienten zu beheben. So kann z.B. parallel die Alterssichtigkeit oder eine Hornhautverkrümmung dauerhaft behoben werden. Die Alterssichtigkeit betrifft ja im Grunde jeden, oder? PrH: Genau. Die Alterssichtigkeit ist ein Prozess, der meist mit Mitte 40 beginnt und zu einem kontinuierlichen Sehverlust im Nahbereich führt. Wenn dann der graue Star operiert wird, ist es möglich mit einer Kunstlinse diesen Nahbereich wieder zu verbessern. Dies kann durch trifokale Kunstlinsen erzielt werden, aber auch durch verschiedene andere Kunstlinsentypen. So gibt es z.B. Kunstlinsen mit einer Lochblende, die zu einer Erhöhung der Tiefenschärfe führt. Alternativ gibt es auch Kunstlinsen mit einer speziellen Oberflächenmodifikation im Mikrometer Bereich, die auch zu einer besseren Tiefenschärfe und damit vergrößertem Fokusbereich führt. Dadurch wird die Brillenabhängigkeit insbesondere im Fern-und Intermediärbereich reduziert. Intermediärbereich? Was verstehen Sie hierunter? PrH: Dies ist der typische Bildschirm Arbeitsabstand von 60-80 cm. Dieser Bereich ist für viele Menschen sehr wichtig und wenn dieser zusammen mit der Ferne korrigiert wird, bedeutet dies im Grunde eine Brillenunabhängigkeit für sehr viele Lebenssituationen. Und welche Highlights wurden noch auf dem Kongress berichtet? PrH: Die Lasertechnologie zum Modifizieren der Hornhaut hat aktuell zwei Schwerpunkte: Die berührungslose Laserbehandlung der Hornhautoberfläche ohne dass ein Einschneiden wie z.B. bei der Femto-LASIK notwendig wird und die Hornhaut Lentikel Entfernung durch einen sehr kleinen Schnitt. Dadurch muss insgesamt weniger geschnitten und eröffnet werden als bei der klassischen LASIK. Man kann diese beiden neuen Verfahren als eine Weiterentwicklung der klassischen PRK und LASIK betrachten. Sehr interessant, welche vielfältigen Möglichkeiten es gibt, die Funktionsweise eines solch kleinen Organes wie das Auge durch individualisierte Operationen wieder zu verbessern und zu optimieren. Vielen Dank für das Interview! Augenzentrum Prof. Dr. Holzer & Prof. Dr. Rabsilber Bahnhofstr. 18, 69469 Weinheim, Tel. 06201-878724 Goethestr. 16a, 68161 Mannheim, Tel. 0621-22244 www.augenzentrum-holzer.de info@augenzentrum-holzer.de 37

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