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Frühjahrs-Ausgabe Nr. 53 Feb.-Mrz. 2020

Alles über Wein, Genuss, Freizeit, Kultur und Gesundheit im Raum Pfalz, Rhein-Neckar und Nordbaden erfahren!

©Rainer Sturm,

©Rainer Sturm, pixelio.de Gute Nachrichten! Irgendwie kommt es einem vor, als würden negative Nachrichten in unseren Medien immer heftiger, häufiger und katastrophaler daher kommen. Und wer kein gefestigtes Nervenkostüm hat, könnte leicht in Panik geraten. D er geneigte Leser unseres pfalz-magazins wird es längst mitbekommen haben, dass wir uns negativen Nachrichten und politischen Themen gegenüber grundsätzlich verweigern. Das hat einen ganz wichtigen Grund; denn wer täglich die Meldungen in unseren fast ausnahmslos negativ orientierten Massenmedien verfolgt, bekommt schnell das Gefühl, dass der Weltuntergang unmittelbar bevorsteht. Vor allem in der letzten Zeit; aber dies ist nicht nur in den vergangenen Wochen und Monaten so, sondern schon seit vielen Jahrzehnten. Selbst die Gründe für diesen seltsamen Umstand möchten wir hier nicht beleuchten, denn ansonsten würden wir sehr schnell politisch werden, sondern stattdessen eine Art Gegenpol setzen und uns lieber mit den positiven Dingen hier auseinander setzen, die doch mindestens genauso wichtig sind. Deshalb wollen wir mal die „Frechheit“ wagen, hier positive Berichte zusammen zu tragen, die uns vielleicht etwas mehr optimistisch für den Rest des Jahres 2020 einstimmen: 1. Verschenkte Döner Jeden Donnerstag, in der Zeit von 18 bis 21 Uhr, dürfen sich Obdachlose in Koblenz etwas aus der Speisekarte des türkischen Döner- Imbisses von Mehmet Yildirirm aussuchen. Dieses Mahl bekommen sie geschenkt. Die Betreiber, zwei Brüder aus der Türkei, kamen vor einigen Jahren als Flüchtlinge nach Deutschland und mussten selbst oft hungrig ins Bett gehen. Deshalb wissen sie genau, wie es ist und sehen vielleicht deshalb die Menschen auf der Straße mit anderen Augen. „Es tut mir in der Seele gut, wenn ich den Obdachlosen einen Döner oder eine Pizza geben kann und sie satt werden“, so Mehmet Yildirirm. Es tue ihnen nicht weh und Essen bleibe sowieso immer übrig. Wenn es nach Yildirim gehe, so sollten auch anderen Gastronomen sich daran ein Beispiel nehmen und das Essen vor Feierabend lieber verschenken, als wegzuwerfen. Die meisten der Bedürftigen entscheiden sich übrigens für einen Döner. 68

2. Gerettete Entenküken Landshut, Mai 2019: Am Donnerstagmorgen bemerkten Mitarbeiterinnen des AWO-Seniorenzentrums an der Herzog-Albrecht- Straße eine in Not geratene Entenfamilie. Beim Überqueren eines Regenwassergullys stürzten sechs von zehn Küken in den Gully. Die Mutter blieb mit den verbliebenen vier Jungtieren in der Nähe und rief permanent nach ihren Küken. Die Feuerwehr konnte schließlich alle sechs Küken mit einer Stange und Gerätschaften zum Abschöpfen vorsichtig aus dem Gully retten und zusammen mit der Mutter und den Geschwistern in der Flutmulde aussetzen. Augenscheinlich und dem Gesichtsausdruck der Mutter nach zu urteilen haben die Tiere die gesamte Aktion unbeschadet überstanden. 3. Seifenreste verwertet In Hotels bleiben große Mengen an Seifen übrig, die von den Gästen nicht aufgebraucht oder nicht mitgenommen werden. Damit diese nicht im Müll landen müssen, kümmert sich die Organisation „Clean the world“ darum, dass die Seifenreste gereinigt, neu gepresst und dann verschickt werden. Dadurch wurden, nach Angaben der Organisation, bereits mehr als 44 Millionen Seifenstücke in Länder geschickt, in denen sie gebraucht werden. Krankheiten, die durch den Mangel an Hygiene entstehen und sich schnell weiterverbreiten, können so vermindert oder sogar vermieden werden. Einige Studenten aus Aachen schauten sich dieses Konzept ab und entwickelten gemeinsam mit der Lebenshilfe Aachen e.V. das Seifen-Projekt „ReBubble.“ Aus den umliegenden Hotels der Region Köln und Aachen werden alte Seifenreste eingesammelt und in der Werkstatt durch Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung zu neuer Seife verarbeitet. 4. Kostenloses Zuhören Christoph Busch, 72 Jahre aus Hamburg, verkauft in seinem alten Kiosk weder Zeitschriften noch Süßigkeiten. Er leiht zufällig vorbeikommenden Passanten sein Ohr. Gratis. „Jetzt gleich oder ein anderes Mal“, so steht es geschrieben. Für 238€ im Monat hat Christoph Busch den schon länger leerstehenden Glaskasten in der Hamburger U-Bahnstation „Emilienstraße“ gemietet. Dort sitzt und wartet er auf Menschen, die vorbeikommen und ihm etwas erzählen wollen, weil sie sonst niemanden haben, der ihnen zuhört. Anfangs hatte er noch bedenken, dass niemand kommen wird. Doch über den Ansturm ist er mehr als überrascht. Teilweise heißt es hier, ähnlich eines Besuches beim Arzt, „Der Nächste bitte!“, damit jeder, der möchte, auch drankommt. 5. Plastikflaschen als Baustoff Gute Nachrichten aus Bocas del Toro, Panama. Dem Unternehmer Robert Bezeau war sein Heimatland Kanada zu kalt, also suchte er sich ein neues Zuhause in Panama. Als er ankam, fiel ihm sofort die endlose Flut von Plastikflaschen dort auf. Da kam in ihm der Wunsch auf, dagegen etwas zu tun und überlegte sich, die Flaschen als Baustoff für Häuser zu nutzen. Die Idee, Plastikflaschen zum Hausbau zu nutzen ist zwar nicht gerade neu, in diesen Dimensionen gab es dies allerdings noch nicht. Auf einer Fläche von 33,5 Hektar soll nun also ein Dorf mit 90 bis 120 Häusern entstehen! Der besondere Clou: Die Plastikflaschen isolieren hervorragend und sind schlecht entflammbar; denn Polyethylen hat nur sehr wenig Erdöl. neu: pfalz-wein.info 147 9 f