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Frühjahrs-Ausgabe Nr. 53 Feb.-Mrz. 2020

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Freundschaft Freunde –

Freundschaft Freunde – wie wichtig sind sie? Nachgedacht von Rita Steinmetz W er kennt sie nicht, die Geschichte von Janosch: Oh, wie schön ist Panama. In diesem Kinderbuch, erschienen am 15. März 1978, geht es um Freundschaft, Träume und Zusammenhalt, wenn man gleiche Ziele hat. Die zwei Freunde Kleiner Tiger und Kleiner Bär leben glücklich in ihrem kleinen Häuschen in der Nähe eines Flusses. Der kleine Bär ist leidenschaftlicher Fischer und der kleine Tiger ist ein versierter Pilzsammler. Ein ständiger Begleiter ist die gelb-schwarz gestreifte Holzente, „Tigerente“ genannt. Als der kleine Bär eines Tages eine Holzkiste mit der Aufschrift „Panama“ im Fluss findet und daran schnuppert, steigt ihm der Duft von Bananen in die Nase und er träumt von Panama und denkt, das sei das Land seiner Träume. Voller Begeisterung erzählt er seinem Freund, dass Panama ein Ort sei, wo alles besser, schöner, größer wäre, als jetzt in ihrem kleinen Zuhause. Am nächsten Tag machen sie sich auf die Reise, bepackt mit einem Kochtopf, einer Fischerrute, einem Hut und der Tigerente. Aus einer alten Kiste basteln sie einen Wegweiser mit der Aufschrift „Panama“. Während ihrer Reise treffen sie auf die verschiedensten Tiere. Die meisten wissen nicht, wo Panama liegt, und einige geben ihnen falsche Richtungsangaben. Die beiden Freunde laufen durch diese Angaben im Kreis herum und kommen schließlich wieder in ihrem alten Zuhause an. Da in der Zwischenzeit ihr Haus durch die Witterung angegriffen aussieht, die Brücke nicht mehr vollständig intakt ist und die Bäume und Sträucher beträchtlich gewachsen sind, ist ihnen nicht bewusst, dass sie wieder in ihrem ursprünglichen Zuhause angekommen sind. Sie finden auf dem Boden vor ihrem Haus den Wegweiser mit der Aufschrift „Panama“ und glauben deshalb, tatsächlich an ihrem Ziel angekommen zu sein. Sie reparieren das Haus und sind glücklich, endlich im Land ihrer Träume zu sein. Die Geschichte zeigt eine neue Perspektive auf das eigene Zuhause. Erst aus der Distanz erkennen die Freunde, dass das eigene Zuhause schöner ist, als es von nahem wirkt. Foto: Fotolia 68

Janosch äußert sich dazu in der Frankfurter Rundschau: „Jeder lebte schon immer im Paradies, hat es nur nicht gewusst.“ Eine Grundaussage dieser Geschichte ist: „Wenn man einen Freund hat, … braucht man sich vor nichts zu fürchten.“ Wie wichtig schon Freundschaften im Kindesalter sind, zeigen Beobachtungen im täglichen Leben. „Freundschaft, das ist eine Seele in zwei Körpern", schrieb Aristoteles. Und Hans Albers sang zusammen mit Heinz Rühmann: „Ein Freund, ein guter Freund, das ist das Schönste, was es gibt auf der Welt.” Tatsächlich scheint die Sehnsucht nach Freunden so alt zu sein, wie die Menschheit selbst. Schon im Kindergartenalter knüpft man die ersten Freundschaften, und der eine oder andere findet als Kind einen Freund, der einen das ganze Leben hindurch begleitet. Kleinkinder suchen ganz intuitiv ihren Lieblingsspielkameraden aus, teilen mit ihm die Frühstücksbox, verteidigen den Freund und schützen ihn auch vor größeren Jungs, wenn es sein muss. Gleichgesinnte helfen einander und finden neue Wege und Lösungen, wenn es darauf ankommt. Und später in der Pubertät kann es bei der Wahl der besten Freundin schnell mal zu Stimmungsschwankungen kommen. Man ist selbst noch auf der Suche der eigenen Identität und lässt sich schnell beirren. Die Unterschiede zwischen der Art und Weise, wie Männer und Frauen ihre Freundschaften führen, verändern sich auch im Erwachsenenalter nicht. Während Männer häufig nur einen einzigen engen Freund und ansonsten eher Bekanntschaften pflegen, spielen eine gute Freundin für Frauen in der Regel eine wichtige Rolle. Psychologen haben außerdem herausgefunden, dass Frauen sich ihrer Freundin gegenüber eher öffnen und auch intime Dinge mit ihnen besprechen. Männer dagegen geben oft weniger von sich preis und behalten persönliche Dinge lieber für sich. Das liegt in der Natur; Männer führen lieber den Kampf mit sich alleine, einsamer Wolf sozusagen. Aber das kann man auch nicht pauschalisieren. Jeder Mensch ist eben anders. Wen wir als Freund wählen, zeigt meist, wie wir uns selbst wahrnehmen und von den anderen gesehen werden möchten. Dabei ist es aber besonders wichtig, die eigene Persönlichkeit nicht aufzugeben. Passen wir uns den Mitmenschen an und geben uns anders, als wir sind, entsteht schnell ein ungutes Gefühl dabei. Denn nur, wenn man sich nicht verstellen muss, können gemeinsame Erlebnisse in guter Erinnerung bleiben und Lust auf noch mehr gemeinsame Abenteuer, wie ausgedehnte Wanderungen, Besuch eines Kochkurses, ein Theater- oder Museumsbesuch, richtig Spaß machen. Wenn wir uns mit Freunden umgeben, die uns gut tun, werden wir auch ein wenig selbstbewusster und auch kleinere Niederschläge im Alltag schmeißen uns nicht so schnell um. Einen guten Freund darf man auch anrufen, wenn es nicht gerade die passende Zeit ist, er wird immer ein offenes Ohr für einen haben und wenn es nur eine stille Umarmung ist. Zitate zur Freundschaft (Die Bibel) Ein Freund liebt allezeit, und ein Bruder wird für die Not geboren. Sprüche 17:17 Es gibt Allernächste, die bringen ins Verderben, und es gibt Freunde, die hangen fester an als ein Bruder. Sprüche 18:24 So ist's ja besser zu zweien als allein; denn sie haben guten Lohn für ihre Mühe. Fällt einer von ihnen, so hilft ihm sein Gesell auf. Weh dem, der allein ist, wenn er fällt! Dann ist kein anderer da, der ihm aufhilft. Einer mag überwältigt werden, aber zwei können widerstehen, und eine dreifache Schnur reißt nicht leicht entzwei. Prediger 4:9,10,12 Deinen Freund und deines Vaters Freund verlass nicht. Geh nicht ins Haus deines Bruders, wenn dir's übel geht. Ein Nachbar in der Nähe ist besser als ein Bruder in der Ferne. Sprüche 27:10 Salböl und Weihrauch erfreuen das Herz, die Herzlichkeit eines Freundes erfreut mehr als duftendes Holz. Sprüche 27,9