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Frühjahrs-Ausgabe Nr. 53 Feb.-Mrz. 2020

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Gesundheit Foto: Archiv

Gesundheit Foto: Archiv Prof. Rabsilber Diabetes und Auge Wir haben exklusiv Frau Prof. Dr. Rabsilber vom Augenzentrum Weinheim und Mannheim zu diesem Thema befragt. Frau Prof. Rabsilber, es freut uns, dass wir heute über das Thema „Diabetes und Auge" sprechen können. Diabetes ist ja eine weit verbreitete Erkrankung und kann viele körperliche Veränderungen hervorrufen. Welche Diabetesformen gibt es denn eigentlich? ProfR: Unter Diabetes mellitus werden Erkrankungen zusammengefasst, deren gemeinsames Zeichen eine Erhöhung des Blutzuckerwertes ist. Ursachen sind z.B. autoimmune Veränderungen der Bauchspeicheldrüse beim Diabetes mellitus Typ 1, eine für den Bedarf zu geringe Produktion von Insulin bei sonst normal funktionierender Bauchspeicheldrüse beim Diabetes mellitus Typ 2, die Erhöhung des Blutzuckerwertes bei komplexen anderen Erkrankungen als spezielle Diabetesform oder oft auch als „Typ 3" bezeichnet sowie der Schwangerschaftsdiabetes. Und wie können sich Diabetesveränderungen am Auge bemerkbar machen? PrR: Aufgrund von Blutzuckerschwankungen kann es parallel zu Schwankungen der Brechkraft des Auges und damit zu Sehstörungen kommen. Dies kann durchaus auch ein Erstsymptom des Diabetes sein, und die Erst- bzw. Verdachtsdiagnose Diabetes mellitus wird beim Augenarzt gestellt. Welche weiteren Augenbeteiligungen kann es geben? PrR: Durch den Diabetes kann es zu Veränderungen im Tränenfilm und dadurch zu trockenen Augen kommen. Hier sind Tränenersatzmittel für die symptomatische Behandlung sinnvoll. Ein erhöhter Blutzuckerspiegel führt auch zu Veränderungen der körpereigenen Linse und dadurch oftmals zu einer frühzeitigen Linsentrübung, dem grauen Star bzw. Katarakt. Darüber hinaus können chronische Schäden an den Blutgefäßen der Netzhaut entstehen. Dies wird dann als diabetische Retinopathie bezeichnet und stellt den häufigsten Grund für eine bleibende Sehbeeinträchtigung der Augen dar. Dies kann bei schweren Formen zu weiteren Komplikationen, wie einer Erhöhung des Augeninnendruckes, bis hin zur Erblindung führen. ©Asesoria ©Archiv Holzer 16 42

Was kann man tun, um dies zu verhindern und was raten Sie Diabetikern? PrR: Generell wichtig sind die gute Einstellung der Blutzuckerwerte und die Verhinderung von stärkeren Schwankungen. Da das Auge als einziges Organ im Körper die direkte Beurteilung von kleinen Blutgefäßen ermöglicht, sind regelmäßige Untersuchungen für das frühzeitige Diagnostizieren von drohenden Augenkomplikationen, aber auch als Rückmeldung an den Diabetologen oder Hausarzt wie die Gefäßsituation und Auswirkungen des Diabetes generell einzustufen sind, wichtig. Und was können Sie bei bestehenden Augenbeteiligungen unternehmen? PrR: Viele der möglichen Komplikationen lassen sich bei rechtzeitiger Diagnose gut behandeln. Sollte eine Linsentrübung bestehen, kann der graue Star operiert werden. Da die Kunstlinsen, welche wir dann implantieren, dauerhaft und jahrzehntelang im Auge verbleiben können, ist es auch nicht nachteilig, wenn die Operation im Vergleich zum typischen altersbedingten grauen Star etwas frühzeitiger durchgeführt wird. Die Operation selbst ist heute dank moderner Techniken wie dem Einsatz des Femtosekundenlasers und einer großen Auswahl an Kunstlinsen mit unterschiedlichen optischen Eigenschaften sicher und auf den Patienten individualisiert durchführbar. Bei Veränderungen an der Netzhaut können wir durch den Einsatz von OCT Untersuchungen bzw. Farbstoffdarstellung der Gefäße eine Therapie rechtzeitig einleiten. Dies kann durch Injektionen von Medikamenten ins Auge geschehen und/oder durch Laserbehandlungen der Netzhaut, die eine Rückbildung der Veränderungen bewirken. In Fällen mit sehr schweren Diabeteskomplikationen kann zusätzlich eine Operation am Glaskörper und der Netzhaut des Auges notwendig werden. Es ist erfreulich, dass Sie vielfältige Behandlungsmöglichkeiten haben. Welchen Rat geben Sie betroffenen Patienten? PrR: Viele Menschen sind vom Diabetes betroffen, insbesondere die Anzahl der Typ 2 Diabetiker nimmt zu. Die Vorbeugung durch ausgewogene Ernährung und sportliche Aktivitäten sind wichtige Aspekte. Blutkontrollen beim Hausarzt zur frühzeitigen Erkennung der Erkrankung sind ratsam. Wenn die Diagnose gestellt ist, sollte beim Augenarzt kontrolliert werden. Bei gut eingestellten Blutzuckerwerten ohne Augenveränderungen sind z.B. jährliche Kontrollen mit Pupillenerweiterung sinnvoll. Die schnelle, nebenwirkungsfreie und berührungsfreie OCT Bildgebung der Netzhaut zum Erkennen eines Makulaödems empfehlen wir ergänzend in bestimmten Situationen. Sehr interessant und beeindruckend, wie wichtig die Untersuchungen eines kleinen Organs wie dem Auge bei Allgemeinerkrankungen und hier speziell beim Diabetes mellitus sind. Vielen Dank für das Interview und Ihre Erläuterungen. Faktenbox Eine der größten Volkskrankheiten in Deutschland mit ca. 6 Millionen Diabetikern und schätzungsweise gleich hohe Zahl unbekannter Diabetiker Augenschädigungen gehören zu den häufigsten Folgekomplikationen beim Diabetes HbA1c Wert: Langzeit Blutzuckerwert, der Aufschluss über Blutzuckerspiegel der letzten 6–8 Wochen gibt Disease-Management-Programme (DMP) werden von vielen Krankenkassen angeboten, um die Versorgung der Patienten zu verbessern, u.a. regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Hausarzt / Diabetologen und Augenarzt Hilfe durch Erfahrungsaustausch über Selbsthilfegruppen wichtig für Lebensführung Quelle: DZD Deutsches Zentrum für Diabetesforschung Wandmalerei. Die persönliche Note für Ihr privates und/oder geschäftliches Ambiente. Auch Firmenlogos professionell auf Wand gemalt „Bikes“ ca. 4 x 2,20 Meter. Untergrund: glatter Putz Firmen-Logo. Untergrund: grober Putz Schlesierstr. 9 | 76865 Rohrbach Tel.: 0 63 49 - 67 93 Mobil: 0173-387 487 0 E-Mail: info@ideen-concepte.de www.steinmetz-malerei.de 43