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Frühjahr Feb-Mrz 2019

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Unsere neue Ausgabe für das Zeitfenster Februar-März 2019. Alles Wichtige erfahren über die Themen Wein, Genuss, Kultur und Reisen für die Region Pfalz, Rhein-Neckar und Nordbaden

Gesundheit Prof.Dr.

Gesundheit Prof.Dr. Holzer exklusiv im Gespräch „Der Graue Star“ (Katarakt) Herr Prof. Dr. Holzer ist operativ tätig und bietet in seinen neuen Räumen refraktive Chirurgie an. Er setzt beispielsweise bei den Katarakt-Operationen verschiedene, teils neuartige Linsen ein, teils mit Laser-Technik. Ein exklusives Interview von Redakteur Thomas Steinmetz (rechts im Bild) mit Herrn Prof. Dr. Mike Holzer (links) Herr Dr. Holzer, es freut uns, dass wir über das für manche Menschen so heikle Thema „Grauer Star“ sprechen können. Wir wissen, dass sie mit ihrer Frau sogar gemeinsam in Heidelberg studiert haben und den Weg des Augenarztes einschlugen. Sie gingen aber dann in die USA, glaube ich? DrH: Ja, das stimmt. Ich war zwei Jahre als Fellow in Charleston, South Carolina, um mich dort intensiv mit der Katarakt- und Refraktiven Chirurgie zu beschäftigen. Danach war ich stellvertretender ärztlicher Direktor und Leiter der Refraktiven Chirurgie an der Universitäts-Augenklinik in Heidelberg. Jetzt haben wir, Frau Prof. Dr. Rabsilber und ich, unsere eigenen Augenzentren in Weinheim und Mannheim. Die Graue Star-Operation soll ja ein häufiger Eingriff sein. Wie oft wird solch eine OP durchgeführt? DrH: Oh ja, allerdings. Heute ist das mit die häufigste chrirurgische Behandlung überhaupt. Es werden allein in Deutschland rund 900.000 Eingriffe jährlich durchgeführt – nahezu alle ambulant, versteht sich! Linsen. Seit den 80er Jahren gibt es aber auch Mehrstärken-Linsen, die sogenannten Multifokal-Linsen. Hat sich seit dieser Zeit eine Weiterentwicklung ergeben? DrH: Aber sicher! Heute gibt es zusätzlich die Trifokalen Linsen, die auch mit verschiedenen Stärken funktioniert. Wir können dank hochpräziser Technik kombinierte Refraktionsfehler so korrigieren, dass ein Patient danach sogar brillenunabhängig sein kann. Auch Hornhautverkrümmungen können wir in den Griff bekommen. Das hört sich ja sehr aufwendig an. Wie teuer ist denn solch eine Operation für den Patienten? Und muss eine solche Operation öfters durchgeführt werden? DrH: Das Gute an der Sache ist, dass bei der 1-Stärken-Variante die Krankenkasse die Kosten sogar voll übernimmt. Erst bei komplexeren Systemen muss man einen Teil selbst hinzu bezahlen. Ein solcher Eingriff ist in aller Regel nur 1 Mal notwendig bis zum Lebensende. Daher relativiert es sich auch, wenn man eine hochwertigere, präzisere Methode anwendet. Fotos: Pixabay Das hätte ich wirklich nicht gedacht. Das ist ja wahrhaftig eine gewaltige Zahl. Und wie geht solch ein Eingriff vonstatten? Wie kann man sich das vorstellen? DrH: Es wird eine örtliche Betäubung gemacht und es wird eine sogenannte „Kleinschnitt-Tunneltechnik“ angewendet. Es erfolgt ein ganz kleiner Schnitt von etwa 2-3 mm, wo dann mit einem speziellen Verfahren die Linse aus dem Auge entfernt wird und durch eine künstliche Linse ersetzt wird. In der Regel sind dies Einstärken- Das ist sicher eine gute Nachricht für viele Patienten, die am Grauen Star leiden. Wie ist das eigentlich, ist das eine Krankheit, die jeder bekommen kann? DrH: Vielfach beginnt die Augenlinse langsam, sich einzutrüben und Menschen zwischen 65 bis 75 sehen nicht mehr so klar wie früher. Die Eintrübung der natürlichen Linse lässt nicht mehr soviel Licht durch. Ist der Grad dieser Eintrübung für den Patienten zu stark beeinträchtigend, erfolgt eben dieser Eingriff. 30 40 14

Prof. Dr. Mike Holzer Er war damals in der Uniklinik Heidelberg einer der ersten, der die Femtosekundenlaser-Technik in der Katarakt-Chirurgie angewendet hat. Was sind denn ganz grob die Alternativen bei diesem Eingriff? DrH: Entweder man macht das manuell mit dem Ultraschall oder eben die hochpräzisere Methode mit dem Femtosekunden-Laser, wo sogar präzise Hornhautverkrümmungen korrigiert werden können. Wie wird eigentlich das Auge festgehalten während der OP? Ich stelle mir das irgendwie seltsam vor. DrH: Nein, das ist ganz einfach. Es werden zwei winzige Hilfsschnitte zusätzlich gemacht und das Auge wird mit kleinen Instrumenten durch den Operateur in der richtigen Position gehalten. Der Patient bekommt davon nichts mit und hat selbstverständlich auch keinerlei Schmerzen. Wie geht es nun nach der OP weiter? DrH: Nach der Operation legt man einen sterilen Verband an, der schon am Folgetag entfernt wird. Eine eventuell notwendige Brille wird etwa nach acht Wochen angepasst. Die Patienten können in der Regel bereits nach ein bis zwei Wochen an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Was macht man eigentlich vor der Operation, wie wird das ganze vorbereitet? Zunächst wird das Auge genau untersucht und vermessen, um ein optimales OP-Ergebnis zu erzielen. In Abhängigkeit von den dabei erhobenen Befunden wählt man gemeinsam mit dem Patienten eine passende künstliche Linse aus, welche die getrübte Linse ersetzen soll. Heutzutage sind hierbei ganz individuelle Lösungen möglich, beispielsweise Linsen, die auch komplexere Sehfehler korrigieren können und häufig sogar eine Brille überflüssig machen. Herr Dr. Holzer, ich glaube, wenn ich einmal solch eine Operation nötig hätte, haben sie mir soeben viel Angst davor genommen! Vielen Dank für das Gespräch! DrH: Ich danke auch ihnen! online-tipps.info die ultimative Branchen-Info — exclusiv beim 41